chris & phölöpp

Pause

In Uncategorized on Februar 2, 2011 at 8:54 am

Die Zugfahrt nach Trivandrum war sehr irre.  Wir haben in Dehli beinahe unseren Zug verpasst, weshalb wir in der wirklich letzten Minute mit unseren Fahrraedern in das erstbeste Abteil gehuepft sind, das die drin sitzenden Passagiere fuer uns oeffneten. Nach einer kurzen Atempause stellten wir fest, dass es sich dabei um das Militaerabteil handelte. ueber 50 Stunden zusammen mit indischen Militaers, das versprach aeuserst interessant zu werden, wurde es auch. Ein paar schraege Typen waren dabei, aber die meisten waren sehr freundlich. Einer hat mir sogar die Fuesse massiert.  Immerwieder stiegen Leute aus oder kamen neue dazu. Jeder der nicht dem Militaer angehoerte wurde an der Tuer abgewiesen und weiter geschickt. Die erste Nacht kam dann ein kleiner Trupp mit Schutzschildern und Knueppeln zu uns ins Abteil. Die schlafende Stille der Nacht, das Rumpeln des Zuges, das kalte Neonlicht, die Metallgitter vor den Fenstern, und die bewaffneten Soldaten verursachten eine leichte Kriegseinsatzstimmung. Am Tage sahen wir dann die wundervolle indische Landschaft an den Fenstern vorbeirauschen. Reisfelder, auf denen Frauen und Maenner in bunten Gewaendern den Acker bestellen, riesige indische Kuehe die unter Baumriesen im Schatten doesen, Fluesse auf denen mit selbstgebauten Booten traditioneller Fischfang betrieben wird und natuerlich die Staedte. Um die Bahngleise herum, hat sich der aermste Teil der Bevoelkerung angesiedelt. Kinder spielen auf den Gleisen herum, sind kaum zu unterscheiden vom Schmutz der Gueterwagen,  der Schienen und dem Muell der sie umgibt. Einfache huetten, mit Plastikfolie bedeckt bilden das zu Hause von Millionen. An jeder Station kommen dutzende von Menschen laut schreiend an die Fenster des Zuges und versuchen Tee, Wasser, Cola und Essen zu verkaufen.

In den letzten Jahren hat sich in Indien eine Mittelschicht gebildet. Das Land entwickelt sich schnell, doch 50 % der Bevoelkerung lebt immernoch auf Armutsgrenzenniveau.

Die Zugfahrt dauerte ein paar Stunden laenger als geplant, am spaeten Nachmittag erreichten wir unseren Zielort. Aus dem Bahnhof stuertzen wir uns dann hinein in diese bunte, laermende Masse. Sie ist bis jetzt nicht abgeklungen. Die indische Ostkueste gleicht einer einzigen Grossstadt. Es gibt kein unerschlossenes gebiet. Ueberall stehen Haeuser, Mauern, sind Menschen, die Ortsgrenzen gehen fliessend ineinander ueber. Fuer uns, die es gewohnt sind zu Zelten, ist das ein kleines Problem. Einmal haben wir es getan, inmitten von Haeusern, Hunden und Dreck und es war nicht wirklich schoen. Tagsueber sind es ueber 40 Grad und in der Nacht kuehlt es nur langsam schwach ab. Man hoert also einfach nicht auf zu schwitzen, schwitzen beim Fahrradfahren, schwitzen beim Essen, schwitzen beim einkaufen und schwitzen beim schlafen. Die Hotelzimmer hingegen sind mit einem Ventilator ausgestattet, der einem das liegen ertraeglich macht und so spott billig, das wir wohl fuer die naechste Zeit darauf zureuck greifen werden.

Auch das Essen ist billger im Restaurant, als im Supermarkt. Ein Nutellaglas 100 Rupie, ein vegetarisches Gericht plus Getraenk (zw. 30 und 40 Rupie.) 65 Rupie entsprechen einem Euro.

Den Zweiten Tag haben wir am Strand verbracht, in den Wellen geplanscht und Touristen bestaunt. Ist echt ungewoht weise Menschen zu sehen.

Christian kraenkelt gerade ein wenig, sein Stuhl ist nicht wie wir es gern haetten. Deshalb machen wir Pause in einer Stadt, von der ich nicht sagen kann wie sie heist. Einfach zu unuebersichtlich, die indische Ostkueste.

Es gibt so viel zu sehen, wir sind ueberfordert Fotos zu machen, haben es schon fast aufgegeben,  weil es einfach zu viel zu fotografieren gaebe. Auch zu beschreiben, aber es ist einfach zu warm.

  1. Gute Besserung!

  2. Danke Neum. Wird schon wieder besser, sodass wir morgen hoffentlich weiter koennen.

  3. Eure gemachten Erlebnisse auf der Zugfahrt stell ich mir total aufregend vor…!
    Schnelles Genesen sowie eine erträgliche Weiterreise!

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